Videoschnitt – Welche Schere soll´s denn sein?

Es gibt unglaublich viele Programme, die für den Videoschnitt geeignet sind. Manche mehr, manche weniger und manche überhaupt nicht.

Wenn man sich mit Videoschnitt beschäftigt und selbst auch mal Videos schneiden möchte, ist die Wahl des richtigen Programms eine wichtige Angelegenheit.

Doch welches Programm ist für wen geeignet?

Diese Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, da jeder seinen Interessenschwerpunkt anders legt.

Man kann aber Grundsätzliches festlegen, was in einem Videoschnitt- und -bearbeitungsprogramm zumindest sinnvoll wäre.

An erster Stelle zu nennen wäre da auf jeden Fall die Zeitleiste. 

Die Zeitleiste ist im Grunde der Ort, an dem man sich im Videoschnitt am meisten aufhält. Sie besteht in der Regel aus mindestens zwei Spuren, der Videospur und der Audiospur. Hier werden Schnitte vorgenommen, Töne und/oder Bilder zusätzlich eingefügt etc.

Und was für Programme sind unter diesen Kriterien gut?

So blöd es klingt, aber je nach Programm ist das mitunter vom Betriebssystem abhängig.

Windows XP brachte seinerzeit den “Windows Movie Maker” mit, der als rudimentäres Bearbeitungsprogramm durchaus beachtliche Funktionen beinhaltete. Ich persönlich mochte ihn sehr und habe viel mit ihm gearbeitet, da er einfach in der Handhabung war und trotzdem umfangreich in seinen Möglichkeiten.

Movie_maker_xp

Schneiden war da nur eine von vielen Möglichkeiten. Man konnte Farbfilter über das Video legen, konnte das Bildmaterial spiegeln, drehen verzerren und was weiß ich was noch.

Es hatte (leider nur je) eine Tonspur und eine Videospur, auf der man sein Material beliebig verschieben schneiden und zusammenbasteln konnte.

Außerdem bot es eine gute Bildqualität im Endergebnis und relativ schnelle Renderzeiten (also die Zeit, die die Umwandlung von dem Projekt in ein fertiges Video braucht).

Gerade für Anfänger war das Programm sehr gut geeignet.

Die Veränderung kam mit Windows 7, in dem von Haus aus kein Videoschnittprogramm vorhanden war. Abhilfe schaffen sollte der Windows Life Movie Maker, der als kostenloser Download relativ kurz nach Erscheinen von Windows 7 zur Verfügung stand.

Bedauerlicherweise hat der Movie Maker von der XP zur Windows 7-Version (Vista wird hier bewusst außenvorgelassen) einige essenzielle Veränderungen durchgemacht, nicht zum Vorteil des Programms. 

Life_movie_maker

Die Zeitleiste wurde gestrichen und durch etwas anderes ersetzt, das zwar einer Zeitleiste ähnelt, aber in seiner Funktion sehr viel weniger komfortabel ist. Effekte und Farbfilter sind zwar immer noch möglich, aber eben weil die Zeitleiste derartig modifiziert wurde, ist es nicht unbedingt einfach, damit zu arbeiten.

Natürlich kann man auch damit noch arbeiten und gute Ergebnisse erzielen, das steht völlig außer Frage, aber ich hatte mehr als ein Mal das Gefühl, dass der Windows Life Movie Maker mich ärgern wollte, da er spontan Dinge tat, die er nicht tun sollte, oder eben NICHT tat, was ich von ihm wollte.

Ja…und Alternativen?

Es gibt extrem viele Programme zum Videoschnitt und so ziemlich jede größere Entwicklerfirma im Multimediabereich hat wenigstens eins erstellt.

Vegas

Die Bekanntesten dürften “Magix Video”, “Sony Vegas” und “Adobe Premiere” sein.

Welches Programm das Beste ist, liegt mal wieder im Auge des Betrachters. Alle bieten die grundsätzlichen oben genannten Funktionen. Zeitleiste, Video-/Audio-Spur (die sogar erweiterbar sind), und diverse Formate, in denen das Video erstellt werden kann. Sowohl Magix als auch Vegas sind relativ günstig zu haben (besonders, wenn man sie mit Premiere vergleicht).

Warum ich persönlich Premiere bevorzugen würde, hat mit den Fähigkeiten des Programms zu tun.

Premiere ist ein Profitool und untersPremieretützt als solches eine Vielzahl von Formaten, sowohl was das Quellmaterial, also die Rohvideos, die man bearbeiten oder zusammenschneiden möchte, betrifft, als auch das Ausgabematerial, also quasi das Endergebnis. Es ist in seiner Handhabe leicht, wenn man es einmal begriffen hat und der Workflow ist dementsprechend schnell.

Grade Mac-Benutzer werden die Performance von Premiere lieben, da Premiere grundsätzlich für Macs konzipiert ist (was nihct heißt, dass die Windows-Versionen nichts taugen!) und damit entsprechend gut mit einem Mac funktioniert.

Man könnte bemängeln, dass es wenig Möglichkeiten zur Bearbeitung selbst bietet, abseits vom Schnitt. Denn trotz Funktionen wie z. B. stufenloses Beschleunigen des Materials, freies Skalieren etc. kann man nicht Manuell Texte einfügen, Farbfilter über das Material liegen oder Ähnliches.

Der Grund dafür liegt in der “Adobe Creative Suite”. In dieser “CS” sind sowohl Premiere, als auch “After Effects” und “Photoshop” enthalten. Und in dieser Kombination ist Premiere im Paket unschlagbar.

Hauptnachteil ist, wie so oft, der Preis. Die Creative Suite 5 steht bei rund 550 $, was verständlicherweise abschreckend sein kann.

Und wenn ich keine 550 $ habe oder ausgeben möchte?

Dann würde ich zu Magix raten. Magix ist der Marktführer im Amateurbereich und erfüllt eigentlich alle Funktionen, die man sich wünschen kann, vereint in einem Programm.

Man kann von den meisten Programmen eine Demoversion aus dem Internet runterladen, was ich auch in jedem Fall vor dem Kauf empfehlen würde.

Letzten Endes gilt bei der Auswahl: Nimm das Programm, mit dem du am Besten zurechtkommst. Das ist das Wichtigste. Das Programm, dass dem eigenen Workflow am ehesten entgegen kommt, sollte auch benutzt werden.

Photos vom Autor und Marco Raaphorst ( CC BY flickr.com)

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