Handy Statt Kamera?

Mit einem Handy kann man so viele interessante Dinge machen. Neben Organizer, Hosentaschenröntgengerät, Spielekonsole, Mp3-Player und Nassrasierer gehören zuweilen auch das Telefonieren und das Schreiben von Kurznachrichten (oder wie man die Mehrzahl von SMS auch immer nennt) zu diesen Dingen. Aber auch, um auf das eigentliche Thema zu kommen, das Fotografieren.

 

In diesem Zusammenhang werden, gerade bei modernen Handys, wie dem iPhone, auch immer bessere Kameras verarbeitet. Doch stellt sich die Frage: Ersetzt mein iPhone neben meinem Nassrasierer auch meine Digitalkamera? Die Antwort darauf ist nicht ganz leicht und es kommt letzten Endes darauf an, zu was man die Kamera benutzt.

 

Vorteile der Handykamera

 

Es ist natürlich äußerst praktisch, stets eine Kamera dabei zu haben, allein schon der Spontanität wegen. Auf diese Weise kann man nämlich immer und überall Impressionen des Erlebten einfangen und für die Nachwelt erhalten.

 

Da die Displays von iPhone und Co. heutzutage recht groß sind (beim iPhone ca. 8,9 cm Bild-Diagonale), kann man seine frisch gemachten Fotos auch direkt den Leuten zeigen, mit denen man unterwegs ist.

 

Außerdem ist es praktisch, die Fotos per App ins Internet stellen, oder per MMS an Freunde, Verwandte und Bekannte schicken.

 

In der Regel ist es auch so, dass die gemachten Fotos auf dem Handy verbleiben und man auf diese Weise quasi immer sein eigenes Fotoalbum dabei und verfügbar hat.

 

Meistens Spielerei, aber nichts destotrotz unterhaltsam und manchmal auch nützlich sind Apps zur Bildbearbeitung. In Konsequenz heißt das, dass man direkt vor Ort Bilder dahin gehend verändern und bearbeiten kann, wie man sie haben möchte.

 

Und die Nachteile?

 

Nun ja.

 

Naturgemäß ist die Bildqualität bei Handykameras geringer als bei einer Kamera, die auch von vornherein als solche konzipiert ist. Das bedeutet, dass die Bildauflösung geringer ist und das Bild damit schlicht mieser aussieht. Besonders, wenn man es im großen Format ausdrucken möchte.

 

Häufig ist die Lichtempfindlichkeit bei Handykameras schlechter, was auch aufnahmen im Dunkeln (Konzerten etc.) schwierig werden lässt.

 

Hinzu kommt, dass viele Handys ihre Daten nur noch per Bluetooth übertragen, was bei Computern, die kein Bluetooth
haben (soll es ja immer noch geben, hab ich gehört) eher schlecht ist und die Übertragung der Fotos vom Handy auf den Computer recht kompliziert macht.

 

Und, um erneut auf den Speicherfaktor zu sprechen zu kommen: Viele Handys haben lediglich einen integrierten Flashspeicher. Das bedeutet: Ist der Speicher voll (bei Handys auch oft durch MP3- oder Videodateien), kann man auch keine Fotos mehr machen, bis man für freien Speicher gesorgt hat.

 

Wenn man unterwegs ist und in so einem Fall gerade keinen Laptop dabei hat, ist das kaum möglich und das Fotografieren muss abgebrochen werden.

 

Im Gegensatz zu Spiegelreflex- oder auch vielen normalen Kameras, haben Handykameras in der Regel nur einen digitalen Zoom. Daher sind Nah- oder sogar Makroaufnahmen mit Handys meist zum Scheitern verurteilt.

 

Und ganz ehrlich? Ich fände es befremdlich, auf einer Vernissage oder in einem Museum zu sehen, wie Leute, um ein Bild gedrängt, Fotos von einem Kunstwerk mit ihrem Handy machen.

 

Fazit: Für Schnappschüsse sind Handykameras durchaus geeignet. Für “richtige” Fotografie würde ich aber definitiv davon abraten.

 

Fotos by: David Masters, Frank Neuhaus, Yutaka Tsutano

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