Wie schon an anderer Stelle erwähnt, schmeißen die einschlägigen Elektromärkte fast schon inflationär mit großen Megapixelzahlen um sich. Aktuell sind 14 Megapixel relativer Standard. Doch was heißt das eigentlich? Und: Sind mehr Megapixel notwendigerweise besser?
“Pixel? Kann man das essen?”
Zunächst wollen wir mal klären, was ein Pixel überhaupt ist.
Jedes Bild besteht aus vielen, sehr sehr vielen, kleinen, bunten Punkten. Man kann sich das ähnlich vorstellen, wie ein Bild aus farbigen Bauklötzen, nur dass die Klötze extrem winzig sind.
Je mehr Pixel das Foto darstellen, desto höher ist die Auflösung und desto größer kann ein Bild auch ausgedruckt werden, ohne dass es grob aussieht.
Nimmt man die Höhe und die Breite eines Bildes (z. B. bei Computerauflösungen 1280 x 1024) und multipliziert die beiden, bekommt man sozusagen die Quadratpixel (in unserem Beispiel 1310720). Dies entspricht einer Megapixelzahl von 1,3.
“Ich will mehr! Mehr ist gut…oder?”
Die Logik hinter dem Vorgehen besagter Elektromärkte, mit möglichst vielen Megapixeln zu werben, ist zumindest nachvollziehbar.
Je mehr Watt meine Hi-Fi-Anlage hat, desto lauter kann ich sie drehen und desto brillanter ist die Klangqualität. Je mehr PS mein Auto hat, desto mehr Leistung bringt es.
Die Problematik bei den Megapixeln liegt allerdings (wie jeder Teufel) in der Technik.
Gerade Kompaktkameras (Spiegelreflexkameras sind von dem Problem um einiges weniger betroffen) zahlen einen Preis für ihre Kompaktheit, nämlich, dass ihr Bildsensor, also jenes kleine Ding, dass die Bildinformationen auffängt und verarbeitet, immer kleiner werden muss. Das heißt, dass auch die Pixel selbst, trotz enormer Auflösung immer kleiner werden müssen.
Kleinere Pixel bedeuten in der Regel eine höhere Anfälligkeit für Fehler, da kleinere Pixel viel häufiger Fehlinformationen auffangen. Dies führt zum sogenannten Bildrauschen.
Moderne Kameras haben inzwischen häufig eine Entrauschfunktion, was aber dummerweise meist auf Kosten der Schärfe des Bildes und der Zahl der Details geht.
Es kommt sogar vor, dass die reine Bildqualität einer 7 Megapixel-Kamera im Endeffekt besser sein kann, als die einer 14 Megapixel-Kamera.
“Dann sieht das Bild halt doof aus! Bin doch kein Profifotograf!”
Bin ich auch nicht. Aber abgesehen von den möglicherweise auftretenden Pixelfehlern gibt es noch eine recht banale Sache, die man beachten sollte.
Je höher die Megapixel, desto höher die Auflösung von der Kamera. Das ist nichts grundsätzlich schlechtes. Aber mit der Auflösung steigt auch die Größe der entstehenden Datei.
Das heißt, je höher die Auflösung, desto mehr Speicherplatz ist von Nöten. Technisch gesehen ist das in der heutigen Zeit kein Problem mehr, da Speichermedien äußerst günstig geworden sind, und doch gilt, gerade wenn man unterwegs ist und nur z. B. eine 2 GB Karte dabei hat: Lieber die Auflösung runterschrauben, dann kann man auch mehr Fotos machen. 2 GB ist weniger Platz als man denkt.
Man kann also sagen: Größe ist nicht alles. Man muss keine 14 Megapixel haben, um gute Fotos zu machen. Man braucht schließlich auch keinen Ferrari, um gut und bequem von Punkt a nach Punkt b zu kommen.
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